150 Kilometer London

Eher zufällig hat es mich im Oktober nach London verschlagen. Geplant war eigentlich eine Woche Irland, aber manchmal kommts ja eben anders als man denkt. Und London wirkte spontan jetzt nicht unbedingt unattraktiv auf mich. Aber lest selbst!

Ich war noch nie dort. Bin immer nur durchgefahren. Auf dem Weg nach Irland zum Beispiel. Oder auf dem Weg nach Schottland. Gehalten habe ich vor Jahrzehnten mal für eine Portion Fish and Chips. Dazu muss ich aber nicht nach London.

skyline von london von der themse aus gesehen

Die Skyline von London von der Themse aus. Ein Spaziergang am Fluss ist Pflicht, wenn ihr dort seid

Also brauchte es einen anderen Plan, um endlich mal in der Stadt zu bleiben. Und der war es, ein paar Hostels vor Ort anzuschauen und darüber zu berichten. Und selbstverständlich – wie nebenbei – die Stadt zu erkunden. Gemütlich bummelnd zu Fuß von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit.

Auch hier kam es dann wieder etwas anders als ich dachte. Wenn ich gemütlich gehe, dann kommt der eine oder andere schnell ins Schwitzen. So kamen dann am Ende der 6 Tage 150 Kilometer Spaziergang durch London zusammen. Und beinahe jeder Meter hat Spaß gemacht.

Fußgänger in London

typische londoner strasse mit taxis

London zu Fuß zu entdecken ist ein Vergnügen. Hier seht ihr eine typische Londoner Strasse am Regent’s Park. Erkennt ihr das Standard Taxi? Für eine Fahrt müsst ihr wochenlang arbeiten. 🙂

Ich hatte im Vorfeld mit drei Hostels in London Termine ausgemacht. Die Hostels würde ich mir genauer anschauen, Fotos machen, vielleicht ein Video drehen. Und dann einen umfangreichen Artikel darüber veröffentlichen. Denn bei dem Projekt geht es ja darum, eine gute Unterkunft in London vorschlagen zu können. Und die Freizeit würde ich dafür nutzen, um so viel wie möglich von der Stadt an der Themse zu sehen.

Soweit also alles wie immer. Über die Aufenthaltsdauer hat übrigens der Flugpreisvergleich entschieden. Ursprünglich wollte ich nur 4 Nächte bleiben, aber das hätte – von den Flügen her – etwa 50 Euro mehr gekostet. Ganz ehrlich: Da bleib ich dann lieber zwei Nächte länger, und habe viel mehr Zeit für die Stadt.

London Pass kaufen ?

Allerdings hat es dann auch dafür gesorgt, dass ich den 6-Tages London Pass kaufen musste. Und der kostet schon deutlich mehr als ich eigentlich ausgeben wollte. Das er mich nicht ganz überzeugen konnte lest ihr auf dem oben verlinkten Artikel auf Hostelmax. Auch der 6-Tages Pass ist ein bisschen dran schuld, dass es am Ende 150 Kilometer London wurden.

Zu Fuß gehen ist ja meine Art eine neue Stadt zu entdecken. Und eigentlich gehe ich auch hier in Hannover ständig zu Fuß. Hier biste aber auch innerhalb von wenigen Minuten von einem Stadtende zum Anderen gekommen. 😉

In London ist das ein bisschen anders. Und dann gehen die auch noch auf der anderen Straßenseite. Oder fahren gleich links. Jedenfalls manchmal. In London ist das alles total durcheinander. Dadurch, dass die halbe Stadt aus Einbahnstrassen besteht, haben sich die Londoner entschieden, für Gäste wie mich die empfohlene Blickrichtung direkt auf die Straße zu schreiben.

Leider sorgt das dann dafür, dass ich mit gesenktem Kopf durch die Straßen schreite. Ist auch doof. Also bin ich an fast jeder Strasse das Risiko eingegangen, meinen Blick zunächst in die falsche Richtung zu richten.

Um an dieser Stelle kurz zum Thema zurückzukehren: London zu Fuß macht Spaß. Und damit meine ich nicht nur den Pflichtspaziergang an der Themse, den wirklich JEDER Londontourist machen muss. Nein, ich meine die Spaziergänge durch Chelsea (Ja, das ist ein absolut sehenswertes Viertel. Die können ja nichts für ihren Fussballverein!), den Bummel über einen der zahlreichen Märkte (Ich erinnere mich hier gerne an den Food Market an der Brick Lane. Wenn ihr kurz vor Marktende kommt, dann gibt es übrigens sehr viel Dinge für einen fairen Preis. Drei Smoothies für 1 Pfund? Geht! Siehe auch weiter unten im Text.)

Ob ihr dafür den London Pass kaufen müsst erfahrt ihr im „Test“ auf Hostelmax.

Nicht enthalten ist im London Pass leider das Riesenrad London Eye, von dem ich euch hier mal ein Video poste:

Da die Gondeln bis zum Fussboden verglast sind, bietet sich euch hie rein verdammt fantastischer Blick über London, der allerdings mit mehr als 22 Pfund auch ziemlich teuer ist. Ab und an findet ihr in den Hotels und Hostels der stadt aber wohl Gutscheine, mit denen ihr ein paar Pfund sparen könnt.

Mit in der Touristenkarte ist aber der unerwartet schöne London Zoo, in dem ihr die folgende Tigerin treffen könnt. Wenn alles gut geht, dann ist nach wie vor zwischen ihr und euch ein sicherer Zaun.

Der Regent’s Park, in dem der London Zoo liegt, ist übrigens auch ein prima Ort für einen Spaziergang. Wie natürlich auch der Hyde Park, oder nahezu jeder kleine und große Park in der Stadt. Beachtet aber bitte, dass ihr nicht in jeden Park hineindürft.

Das ist wirklich so, wie im Film Notting Hill.
Und wo ich den Film grade erwähne: Für mich gehört auch das Viertel aus der Liebesschmonzette (Das ist liebevoll gemeint!) zu einem Pflichtbesuch. Grade wenn der Markttag ist, den es ja auch im Film Notting Hill gibt.

Eigentlich wollte ich ja in diesem Artikel Kilometer (Meile) für Kilometer (Meile) aufschreiben, wo ihr wohl langgehen solltet. Aber im Gespräch mit anderen Reisebloggern, Londontouristen, Freunden habe ich festgestellt: Grade London ist doch für jeden von uns was Anderes. Deswegen einfach raus auf die Strasse.

Und apropos Strasse: Hier folgt noch eine, die ihr euch, inklusive des angeschlossenen Food Markets, unbedingt anschauen solltet. Brick Lane.
Unglaubliche Gerüche, fast schon erträgliche Preise, und geht da bloss nicht mit Hunger hin! Oder eben wie oben schon erwähnt, erst kurz vor Ende de Marktes, wenn die Händler ihre Reste losschlagen wollen.

Und ich bin mir jetzt nicht mehr ganz so sicher, aber ich glaube dor in der Ecke war dann auch Streetart vom Feinsten. Der bekannte Streetart Künstler Dale Grimshaw hat sich glücklicherweise erlaubt, die eine und die andere Hauswand deutlich aufzuwerten:

Unzählige weitere, kleine, versteckte Ecken warten in der gesamten Stadt London noch darauf, von euch entdeckt zu werden.
Ich wollte es ja eigentlich nicht so recht wahrhaben, aber London hat sich tatsächlich eine Woche Aufenthalt verdient. Damit ihr wenigstens einen groben Überblick bekommen könnt.

London Tube

die tube u-bahn in london

Die Tube in London ist auch so ein Erlebnis, dass ihr haben oder lassen könnt. Nein, zumindest ein paar Strecken solltet ihr mit der antiken U-Bahn fahren. Im sommer ist es vielleicht da unten ein wenig heiss und stickig

An den ersten beiden Tagen habe ich noch versucht mit der Tube, der Londoner U-Bahn zu fahren. Das ist ein schönes Erlebnis. An manchen Stationen hatte ich das Gefühl, dass hier seit Jahrzehnten nichts mehr gemacht wurde. Ohne das es jetzt unangenehm dreckig oder baufällig wirken würde. Etwas, was du vermutlich nur als Tourist so sehen kannst. Würde ich die Tube jeden Tag nutzen müssen, würd ich vermutlich ausflippen.

Das System mit den Oyster Cards finde ich für uns Touristen einfach toll. Auch wenn ichs mir erstmal in aller Ruhe, und gleich mehrfach durchlesen musste. Außerdem steht nicht überall ein Automat, der auch Bargeld nimmt, häufig ist es also besser, wenn ihr eure Kreditkarte oder EC-Karte mit dabei habt.

Die nutzt ihr dann, um euch eine Chipkarte zu „mieten“, die mit einem Guthaben aufzuladen, und dann bei jeder Fahrt in den Kartenleser zu stecken. Der Fahrpreis wird automatisch abgezogen. Reist ihr dann ab, gebt ihr die Chipkarte wieder zurück und bekommt das Pfand zurück! Und zwar inklusive des Restguthabens, das ihr eventuell nicht verfahren habt. Hat mir sehr gefallen das System!

Von unten nach oben

Trotzdem bin ich ab dem dritten Tag dann vollständig auf den Fuß umgestiegen. So schön das Tunnelsystem auch für uns Touristen sein mag: Die Stadt spielt sich oben ab. Und der Weg von einem Viertel ins andere führt dich als Besucher immer auch durch die ganz normalen Wohnviertel. Wo ich dann genervte, fröhliche, traurige, schnatternde Londoner mit Einkaufstüten, Babywagen, Schulranzen oder Jogginganzug bewundern durfte.

Und beim Spaziergang an der Themse, und bei einem Treffen mit Chris, von http://www.globesurfer.de/ gab es dann auch die Möglichkeit, London gratis von oben anzuschauen. Im Tate Modern Museum für ziemlich Moderne Kunst gibt es eine Aussichtsplattform, die euch einen zauberhaften Blick über die Skyline von London bietet.

Neben dem Ausblick auf die Skyline bietet sie allerdings auch noch einen Einblick in das Leben einiger Londoner Singles und Familien. Denn bei eurem Rundgang auf der Plattform könnt ihr nahezu ungestört in die großen, kaum verhüllten Fenster der direkt am Gebäude stehenden Hochhäuser blicken. Das kann euch vielleicht die Schamesröte ins Gesicht treiben, also blickt lieber auf die Themse.

In die Höhe kommt ihr für 4,50 Pfund auch auf dem Monument of the Great fire. Zur Belohnung, dass ihr die ganzen Stufen geschafft habt, gibt es für euch eine Urkunde. Besonders für Kinder schien das ein unglaublicher Spaß zu sein. Je älter, desto länger dauerte der Aufstieg. Der Ausblick ist schön, und ihr seid mitten in der Stadt.
Ein Artikel und ein Video:
The Monument

London Fotos

Und jetzt abschliessend, ohne große Worte, einfach noch die London Fotos, die es irgendwie oben nicht in den Text geschafft haben.

tower in london

tower bridge in london

der regents park in london

das haus des parlaments an der themse in london

oldtimer auf der strasse in london

sportwagen aus den sechzigern in london

der see im hyde park

der big ben in london von weitem

Die Wahrscheinlichkeit, das ich irgendwann wieder in London sein werde ist sehr hoch. Zu faszinierend ist die lebhafte Stadt, um nicht einen zweiten Blick verdient zu haben. Ihr werdet es sehen, wenn ihr dort seid!

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