Städtereise Wien – Abschied von einer liebgewonnenen Stadt

Wien scheint zu weinen weil ich gehe, denn heute ist der erste Tag meiner Wien Tour, mit Regen bereits am Morgen. Wien, mir geht es doch auch so, aber wir sehen uns ja wieder.
Nur heute wird es Zeit wieder nach Hause aufzubrechen.
Um 14:55 geht der Flieger zurück nach Hannover und zum Glück bietet das noch Gelegenheit, 2-3 Kleinigkeiten zu erledigen.

Wasser im Bunker

Haus des Meeres in wien von außen

Schon von außen sieht es schön aus und vor allen Dingen hoch. Das Haus des Meeres ist einen Besuch wert inklusive der aussichtsplattform da oben

Bei der Planung der Städtereise landete ein Besuch der Donauinsel mit auf der Liste und als ich schon hier in der Stadt war, wurde mir noch das Haus des Meeres empfohlen.
Dringend empfohlen, um das mal ganz klar zu schreiben!
Und diese dringende Empfehlung gebe ich hie an euch weiter. Ein absolut lohnenswerter Besuch. Und der Eintrittspreis liegt mit 15,50€ auf erträglichem Niveau. Wien Card Besitzer bekommen übrigens ein spezielles Präsent, wenn sie dort einen Besuch wagen.
Untergebracht in einem alten Bunker und mit einer Aussichtsplattform in wenig schwindelfreier Höhe, die dann auch noch rundum verglast ist.
Genau richtig also für Leute mit Höhenangst.
Empfangen wird man fast sofort von ein paar hungrigen Piranhas, etwas weiter oben warten dann süße kleine Haie auf ihr Futter. Im selben Becken schwimmen noch unzählige bunte Fische und bieten für Foto- und Videokameras jede Menge schöner Motive.

Hier erstmal noch 2 Bilder aus dem Haus des Meeres. Einmal die lustigen Ameisen, die gerne in unterschiedliche Richtungen gehen und dann ein Blick von der Aussichtsplattform. Dort hat man bei gutem Wetter einen herrlichen Blick auf die Stadt. Von den fleißigen Ameisen gibt es dann die Tage auf meinem Youtubechannel noch ein kurzes Video. Da bin ich grade am Schneiden und neben den Ameisen findet ihr da natürlich dann auch noch weitere bewegte Bilder aus Wien. Schließlich heißt hier die Domainendung ja TV, da sollten jetzt auch Videos folgen.

ameisen bei der arbeit im haus des meeres

Die fleißigen Ameisen zu beobachten ist lustig. Eine kleine Anzahl Ameisen bringt das Baumaterial in die falsche Richtung

der ausblick über wien vom haus des meeres

Die ganze Stadt kann man von der Aussichtsplattform oben auf dem Haus des Meeres sehen. Bei gutem Wetter ein absolutes Highlight!

Die Donauinsel im Regen und ein Abschied ins Diktiergerät

Es ist kein starker Regen, der herunterprasselt. Es ist eher dieser feine Sprühregen, der einen nicht richtig einweicht, aber doch dafür sorgt, daß man sich gerne irgendwo unterstellen möchte. Er ist der Grund dafür, daß ich die Donauinsel nicht so recht genießen kann und eine kleine Weile unter der großen Brücke unterhalb der Station Donauinsel (*) ausruhe und die letzten Tage Revue passieren lasse.
Dabei zücke ich aus lauter Gewohnheit mein Handy, um einen passenden, sentimentalen Text zu diktieren.

( (*) Linie U1, gute Umsteigemöglichkeit findet ihr am Schwedenplatz und am Stephansplatz. Das sind ohnehin die 2 wichtigsten Ukmsteigeplätze in Wien. Also bitte merken.)

Der Text wird so schrecklich depressiv, daß ich ihn hier lieber verschweige und mich den schönen Dingen widme. Die lasse ich unter der Brücke kurz nochmal in meinen Erinnerungen aufleben und bekomme so gleich bessere Laune. Aber auf der Donauinsel gab es auch noch eine schöne Geschichte:

Ein komischer Vogel

Ich stehe also an der Donau, geschützt durch die große Brücke und schaue aufs Wasser und bekomme plötzlich Besuch von einem schrägen Vogel, der vorsichtig und mit zur Seite geneigtem Kopf auf mich zuhopst.
Um ihn nicht zu verschrecken vermeide ich hektische Bewegungen oder gar Fotografieren.
Zum Dank kommt er immer näher auf mich zu, den Kopf weiter zur Seite geneigt. Das Ganze dauert wohl eine Minute. Eine Minute Zeit, um sich kennenzulernen. Ganz langsam gehe ich in die Knie, in der Hoffnung er möge nicht wegfliegen.
Tut er nicht. Stattdessen kommt er noch etwas näher an mich heran. Auf Armeslänge. Jetzt bloß nicht bewegen, sonst ist er weg. Vielleicht denkt der Vogel ja dasselbe, er scheint ebenfalls irgendwie vorsichtig und rücksichtsvoll zu sein.
Das ein größeres Schiff vorbeigezogen ist scheinen wir beide nicht bemerkt zu haben, denn als die Wellen ans Ufer schlagen zucken wir beide zusammen. Schon breitet er seine kleinen Flügel aus, bereit sofort wegzufliegen. Aber er bleibt.
Einen kurzen Augenblick zumindest.
Ein Verschluss klackt. Ein dickes Telefobjektiv zielt aus der Ferne auf uns beide, es ist hier aber so still, daß wir es beide hören können. Er fliegt davon und ich drehe meinen Kopf. Die Fotografin ist viel zu weit weg und wendet sich schon ab um zu gehen.
Was solls. Dann gibt es jetzt irgendwo ein hoffentlich schönes Foto von mir und dem Vogel. Sieht bestimmt komisch aus. Der Tourist auf dem Boden hockend, vor ihm ein komischer Vogel, rechts die Donau und dahinter feiner Regen.
Ich hoffe die Fotografin versteht etwas von ihrem Handwerk. Und sie weiß die Schönheit dieses Augenblicks zu schätzen.
Mir wird er in Erinnerung bleiben und vielleicht über den einen oder anderen schlechten Tag hinweghelfen.
Sind schöne Momente nicht auch dazu da, später einmal für Trost und Freude zu sorgen?

Weiterlesen:
Städtereise nach Wien – Tag 1
Wien als Tourist – Tag 2
Stadtspaziergang in Wien – Tag 3

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