Ruinen im Nebel – Die Veste Otzberg im Odenwald

Silvester ist immer wieder eine gute Zeit, um die Familie zu besuchen und so war es auch dieses Jahr bei mir und meinem Sohn.
Es ging in den nördlichen Odenwald, an den Otzberg.
Was so unbedeutend klingt birgt für mich jede Menge Erinnerungen an „früher“ und die Veste Otzberg als Ausflugsziel bringe ich euch hier jetzt mal näher.

nebel an der veste otzberg im odenwald

Vom Otzberg (Odenwald) ins Tal geblickt. Kurz vor Silvester war dort schöner Nebel.

Veranstaltungen auf der Veste Otzberg

Wann immer ich in der Vergangenheit dort war, kam mir diese Ruine (Die eigentlich überhaupt gar keine Ruine ist) vollkommen verlassen vor. Selten waren außer uns mal andere Touristen oben.

Mittlerweile weiß ich aber, daß es dort eine Menge Veranstaltungen gibt und auch – oder gerade – für Kinder finden Feste, Spiele und Veranstaltungen statt. Im August 2016 ist zum Beispiel das Kinderburgfest eine klare Empfehlung. Liegt bei uns leider genau auf dem Datum der Einschulung, wir müssen die Teilnahme also verschieben.
Damit ist aber mehr Platz für euch.

Als wir kurz vor Silvester den Otzberg erklommen lag das Tal noch ruhig und vollkommen langweilig da. Doch schon als wir die letzten Meter bis zur Burg herauskletterten konnten wir Nebelschwaden bemerken, die dann das Ganze zu einem besonderen Erlebnis werden ließen.

Eine gute Zeit für einen Besuch der Veste Otzberg ist der Herbst und Winter, wenn der Niederschlag gerne mal als Nebel aufsteigt.
Auf den Videos könnt ihr zuindest erahnen wie schnell sich der Nebel seinen Weg suchte. Ein bißchen sieht es aus wie in einem sehr berühmten Horrorfilm, nur die Sonne vernebelte diesem Anblick den Horror.

Auch die Fotos (Die übrigens wie bei mir üblich kaum nachbearbeitet sind) zeigen euch einen Eindruck wie schön es vor Ort war.

Die Veste Otzberg im Nebel

Ohne Nebel mag die Veste Otzberg etwas unspektakulärer wirken, alleine der gemütliche Aufstieg ist aber schon eine Empfehlung. Eine gute Sicht übers Tal, die weiße Kirche von Lengfeld, das Krankenhaus von Groß Umstadt und um den Berg herum dann Nieder-Klingen und andere Ortschaften. Alle schön umrahmt von höheren Bergen, Wäldern und durchschnitten von Feldern der regionalen Bauern.
Kein Teil des Aufstiegs ist wirklich steil, auch auf den letzten Metern kann man sich entscheiden, ob man lieber etwas weniger Anstieg haben möchte. Das macht den Aufstieg auch für kleinere Kinder gut verträglich. Ein kleiner Bach mit wilden Büschen, genügend Steinen zum Hineinwerfen und der eine oder andere Regenwurm (je nach Witterung) sollten diese Tour zu einer abenteuerlichen Entdeckerreise machen können.

Den Turm der Burg könnt ihr kostenlos besteigen und da oben habt ihr dann einen guten Rundumblick, je nach Wetterlage auch bis Frankfurt.
Der Aufstieg ist auf den Holztreppen etwas eng, kurz vor der Plattform oben muss man dann als Normalgroßer seinen Kopf einziehen, damals waren die Leute wohl deutlich kleiner. Oder sie wollten einfach beim Mauern etwas sparen.

Die Mauer neben der Gaststätte ist auch für Menschen mit Höhenangst kein unüberwindliches Hindernis und von dort aus könnt ihr schön weit blicken.
Der sonstige Innenhof ist unspektakulär, wenn ich das mal so ausdrücken darf.
Aber es gibt zum Einen eine Jugendherberge zum Übernachten und zum Anderen ein Museum, das einen Besuch wert ist. Ich selber habe es in all den Jahren irgendwie nie da hinein geschafft. Die Gaststätte im Innehof soll gutes Essen bieten, wir hatten dort bisher nur Kaffee und Kuchen. Und da kann man nicht klagen.

Ein bißchen Geschichte der Burg

Einen guten Weg nach oben zur Veste Otzberg habt ihr zum Beispiel von Zipfen aus, aber auch von Lengfeld. An der Gärtnerei vorbei und den Berg hoch findet ihr dann auf „halber Treppe“ auch ein Bank wo ihr im Frühling, Sommer oder Herbst noch eine Pause einlegen könnt. Im Winter empfiehlt sich das nicht so sehr.

Was sich im Vorfeld für euch lohnen kann ist ein Besuch der Homepage der Burg.
Dort schaut ihr einfach ob interessante Feste oder Veranstaltungen sind.
So erlebt ihr die Burg dann auch mal bevölkert, im Herbst 2016 findet dort zum Beispiel das Hobbitfest statt.
Im August – wie geschrieben – das Kinderburgfest und der eine oder andere Markt ist auch auf der Veste Otzberg zu Besuch.

Seid ihr in der Region Otzberg / Odenwald unterwegs, dann solltet ihr euch mal den Berg hinauf wagen. Vielleicht habt ihr Glück und auch bei euch scheint die Sonne und erleuchtet den Nebel.

Infos zur Veste Otzberg:
Homepage: http://www.rolf-tilly.de/veste/index.htm

Geschichte: Der Otzberg ist ein 367 Mter hoher Berg auf dem etwa im 12. bzw. Anfang des 13. Jahrhunderts die Veste Otzberg errichtet wurde. Man geht davon aus, daß der Kaiser Pippin die Region rund um den Berg (inklusive Groß-Umstadt) an das kloster Fulda schenkte.
Der Abt Marquard I. von Fulda soll die Errichtung der Veste veranlasst haben. Wie damals (und heute) üblich, als Zeichen seiner Macht, bzw. seines Einflusses.
die erste urkundliche Erwähnung gab es als castrum Othesberg 1231.
Was folgt ist eine bewegte Geschichte wie sie so viele Burgen und Schlösser hinter sich haben. Verpfändet (1332), zurückgeholt (1374), nur um dann wenig später erneut verpfändet zu werden (ebenfalls 1374).

Dann kam die Bayerische Fehde und mit ihr suchte Wilhelm II. von Hessen die Veste Otzberg heim, um die Reichsacht gegen Pfalzgraf Philipp die von Kaiser Maximilian verhängt worden war, durchzusetzen.

Infotafeln hängen zur Zeit an der Burg und für Interessierte ist der Wikiartikel (Hier zu finden) eine Pflichtlektüre.

Als Tipp für Familien mit Kindern: Stöcker, Papierhüte, Papierkugeln und andere Dinge können aus jedem Kind einen Ritter machen. Unterwegs um die Veste Otzberg im Sturm zu nehemn. Friedlich natürlich. Und hinterher wird aufgeräumt.

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