New York Kurzurlaub 1989. Ein paar Erinnerungen.

Die Skyline von New York aus einem Hochhaus fotografiertEs ist ewig lange her das ich in New York war, aber ich erinnere mich sehr gut. Ich erinnere mich daran wie ich zum ersten Mal auf dem Times Square gestanden habe, ich ganz klein, der Times Square riesengroß. Natürlich war er nicht so riesengroß wie er mir heute vorkommen würde, schließlich war ich jung und selbst noch von eher unbestimmter Größe. Wir waren von Baltimore aus mit dem Zug nach New York gefahren und schon die Ankunft in einem amerikanischen Bahnhof kann ja ein Vergnügen sein. Die gewaltigen Hallen machen schon ordentlich Eindruck, auch wenn es natürlich in Deutschland auch noch jede Menge Bahnhöfe gibt die mit solchen Hallen beeindrucken können. Und da ich lange nicht mehr dort war, kanns natürlich auch sein das mittlerweile auch die amerikanischen Bahnhöfe eher in große Shopping Mals umgebaut wurden.
Der Verkehr in New York ist immer dicht

Erstmal einchecken und dann den ersten Hot Dog

Aus dem Bahnhof raus ging’s direkt in die Stadt. Und die machte, wie beschrieben, erst einmal Eindruck. Das erste was wir machen mussten war natürlich unser Hotel aufzusuchen, unsere Sachen abzulegen und dann ging’s direkt wieder in die City. Was man in New York übrigens auch heute vermutlich noch machen sollte, außer man ist Vegetarier, ist einen Hot Dog Essen. Zumindest damals war es so, dass viele Hot Dog Ständer einfach am Straßenrand standen und auf Kunden warteten. Diese Kunden waren wir ziemlich gern, gleich mehrmals am Tag. Ideal als kleine Mahlzeit zwischendurch, und irgendwie fanden wir es damals cool mit dem schmierigen kleinen Hotdog durch die Straßen zu schlendern. So sah man ja vielleicht nicht ganz wie ein Tourist aus. Dank der sofort gekauften New York T-Shirts die wir trugen war das aber vermutlich eine Illusion. Deutlicher kann man doch nicht zeigen: seht her, ich bin ein Tourist.
Selbstverständlich ging es auch ins Empire State Building. Und hier startete dann auch die für uns wahrscheinlich spannendste Episode unserer Reise: das Wettrennen im Treppenhaus. Als schneller Hinweis: ziemlich streng verboten, schon damals!

Spontan ist eh am Dämlichsten

Ich bin mir nicht mehr so sicher wie es dazu gekommen ist, aber irgend einer von uns hatte plötzlich die Idee: lass uns mal ausprobieren, ob die Tür zum Treppenhaus offen ist. War sie natürlich. Warum auch nicht? Schließlich gibt es ja einige Leute die nicht so viel Interesse am Fahrstuhl fahren haben. Zwar schon ein bisschen unverständlich, bei einem Haus das ungefähr bis zum Himmel reicht, aber Fahrstühle sind eben nicht für jeden was.
Die Erinnerungen sind lückenhaft, aber wir steckten irgendwo zwischen 70. und 74. Stockwerk, als wir ganz gemütlich ein Stockwerk nach unten gingen.
Ich denke, dass auch damals schon dieser Wettbewerb * stattgefunden hat, bei dem eben genau das passiert: ein Rennen vom Obersten bis zum untersten Stock, genau im Empire State Building. Also lag es ja irgendwie nahe, dass wir, als wir so durch das Treppenhaus gingen, auf die Idee kamen es auch einmal zu probieren.
Das Empire State Building hat ein wunderbares TreppenhausSagen wir mal wir befanden uns im 72. Stockwerk als für unseren Lauf planten. Ein kurzes Kommando, 3, 2,1 und los.
Die Etagen im Empire State Building sind vermutlich normal hoch, also nicht höher als in jedem anderen Hochhaus dieser Welt. Ich habe allerdings in Erinnerung, dass der Weg bis zum sieben 67. Stockwerk doch schon ein Weilchen gedauert hat. Weilchen genug auf jeden Fall, damit der Sicherheitsdienst des Gebäudes auf uns aufmerksam werden konnte, einen Wachmann logistisch hervorragend geplant in den sieben 67. Stock schicken konnte, um uns dort in Empfang zu nehmen.

(*Was ich meine nennt sich übrigens Empire State Building Run-Up und geht genau in die andere Richtung. Die Verrückten rennen nicht „bergab“, sondern die Treppen nach oben. Da sollte man doch bitte wirklich den Fahrstuhl nehmen. Wissen die nicht wie anstrengend das in diese Richtung ist?)

Schreck lass nach, ist das ein Wachmann?

Ihr könnt euch sicherlich vorstellen was für ein Schreck ist es wenn plötzlich ein uniformierter und vor allen Dingen bewaffneter Wachmann vor einem steht, Tausende Kilometer von zuhause entfernt, eine fremde Sprache sprechend, die die meisten von uns zugegebenermaßen einigermaßen beherrschten, breitbeinig, und mit einem alles in allem nicht so wirklich freundlichen Gesicht.
Wie in einem Cartoon stoppte der führende Läufer, worauf hin einer nach dem andern auflief. Unsere Gesichter waren’s vermutlich, die uns am Ende retteten, denn der Sicherheitsmann muss gesehen haben, dass es sich hier um einen Scherz, eine Jugendsünde handelte. Wir führten nichts Böses im Schilde. So entspannte sich sein Gesicht, er schüttelte leicht den Kopf und hielt uns – vermutlich machte er das mit Absicht, weil er relativ schnell sah, hier habe ich wieder Touristen vor mir – langsam sprechend eine gehörige Moralpredigt. Der Hinweis von uns auf das sportliche Ereignis, welches regelmäßig in diesem Haus stattfindet, wurde von ihm mit einem etwas unfreundlicheren Blick und dem Hinweis auf einen festen Termin abgeschmettert. Dann bat er uns das Haus zu verlassen. Reflexartig gingen wir die Treppen runter. Fand er irrsinnig lustig. Kopfschüttelnd winkte er uns zu sich, drückte auf den Fahrstuhlknopf und lud uns ein mit ihm hinunterzufahren. Wobei einladen jetzt nicht mal im Ansatz das trifft, was er wirklich im Sinn hatte. Eine Einladung kann man ja auch ausschlagen und keiner von uns hätte es in diesem Falle gewagt etwas auszuschlagen.
Einen Augenblick später standen wir vor dem Empire State Building. Rausgeworfen, zurechtgewiesen, noch leicht aufgeregt und plötzlich lachend. Und übrigens auch hungrig. Wirtschaftlich dürfte der Platz direkt vom Empire State Building für Hot Dog Verkäufer auch heute noch ideal sein, damals gab’s auf den Fall direkt dort ein Hot Dog Stand. Also gab’s wieder ein Würstchen. Schließlich mussten wir noch auf die anderen warten, denn die waren schließlich nicht rausgeworfen worden. Sondern standen noch gemütlich auf der Plattform oben und versuchten verzweifelt dem Drang zu widerstehen, etwas hinunterzuwerfen. Ebenfalls streng verboten und das fast noch verständlicher als dieses Treppe-hinablauf-Verbot.

New York – Wir sehen uns wieder, oder?

All die anderen Episoden aus New York verblassen angesichts dieses kleinen Abenteuers, Es war eine Reise mit der Schule und es gab ein klaren Hinweis des Lehrers der mit und verreiste: Kontakt mit den Cops, Rückflug. Zum Glück hatte der Wachmann Humor, der Lehrer zu tun, wir noch 3 weitere aufregende Tage New York.
Ich hoffe daß es mich irgendwann wieder in diese beeindruckende Stadt verschlägt. Ich bin gespannt wie ich sie dann empfinde, ob ich jetzt – nach so vielen Jahren – noch irgendetwas wiedererkenne. Oder etwas Ähnliches wie damals empfinde.
Und da ich in den letzten Jahren so viele Sachen von früher gegessen habe, die plötzlich schmeckten als wären sie aus Fabrikabfällen hergestellt, würde mich interessieren, ob die Hot Dogs aus dieser Metropole noch den alten Geschmack haben. Und ganz klarer Hinweis an dieser Stelle: Ich kenne die Antwort, ich beiß aber vor Ort mit Sicherheit trotzdem in so nen Köter. 🙂

Wart ihr schon einmal im Big Apple? Oder plant ihr einen Urlaub dort? Was hat euch am meisten beeindruckt oder was muss man unbedingt sehen? Ab in die kommentare mit den Tipps.

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