Hoteltest Meininger Downtown Franz in Wien

Testbericht Meininger Downtown Franz in Wiens Zweitem Bezirk

Bereits zum zweiten Mal war ich in diesem Jahr in Wien. Nun allerdings angereist mit meinem Sohn, dem ich von meiner Städtereise nach Wien so intensiv vorgeschwärmt hatte, daß er irgendwann fragte ob wir da nicht mal hinfahren können. Können wir. Machen wir.

das meininger downtown franz hotel in wien

Der Eingang ins Hotel. Wenn ihr die Straße entlanggeht ist er gar nicht zu verfehlen. Alle anderen Häuser scheinen länger nicht gestrichen worden zu sein

Letzten Endes hat uns das dann zum Meininger Hotel Downtown Franz im Zweiten Bezirk geführt um das es hier geht.
Ausschlaggebend war für mich die Möglichkeit, daß ich es hochoffiziell testen durfte (*) und die Gemeinschaftsküche des Hotels.
Die Idee fand ich charmant, denn die Hoffnung war, daß man so mit anderen Wienbesuchern in Kontakt kommen würde.
Ich kann schon so viel verraten: Das hat leider nicht geklappt. Aber ich kann auch am Anfang schon sagen: Das Hotel kann preislich und vom Service absolut überzeugen und ist eine gute Wahl, wenn ihr einen Wienurlaub plant.
Auch mit Kindern, für die steht ab einem gewissen Alter auch ein Tischkicker bereit.(Apropos Tischfußball: Falls ihr einen Tischkicker kaufen möchtet habe ich eine passende Infoseite zum Thema.)

Meininger Downtown Franz im zweiten Bezirk mit Kind

das meininger downtown franz im zweiten bezirk wien

Ein Blick vom Hotel in Richtung Straßenbahn Haltestelle. Die ist im Bildhintergrund nach rechts zu finden.

Das Hotel erreicht ihr ganz bequem indem ihr mit der U2 oder U4 zum Schottenring fahrt und von dort dann (bei schlechtem Wetter) noch die Linie 31 (Richtung Stammersdorf) nehmt.
Allerdings kann man die paar Meter auch wirklich gut zu Fuß laufen.
Ansonsten ist es mit der Linie 31 nur eine Haltestelle und von dort sind es knappe 5 Minuten zu Fuß.
Mit einem Kind an der Hand mag das wie eine Ewigkeit wirken, aber vermutlich ist diese sofortige Frage: Sind wir bald da? ohnehin nur ein Spiel zwischen Kindern und Erwachsenen und gar nicht wirklich ernst gemeint.
Bei uns hat es bis zur Straßenecke gedauert, dann kam die Frage.
Aber man muss ehrlicherweise dazu sagen: Wir hatten zu dem Zeitpunkt auch schon einige Meter zurückgelegt. (Flughafen, Innenstadt, Touristinfo, dann zum Hotel)
Doch es ist nur zweimal um die Ecke und dann kann man das Hotelschild schon an der Hauswand sehen.

Wiens Zweiter Bezirk sieht so richtig normal aus

Zum Zweiten Bezirk muss ich hier noch ganz kurz was sagen: So ein Stadtviertel kann man auch in zahlreichen anderen Städten auf der ganzen Welt finden. Der Zweite Bezirk sieht vollkommen normal aus. Unauffällig.
Was hier fehlt sind die herausgeputzten Häuser, daß irgendwie historisch wirkende Etwas.
Man sieht ganz normale Mietshäuser mit teilweise abblätterndem Putz, der dringenden Bitte um neue Farbe und der Aussage, daß man selbst in Wien scheinbar preiswert wohnen kann.
Positiv sticht da dann das Meininger Downtown Franz hervor.
Lange ist es nämlich nicht her, daß die Fassade gestrichen wurde und alles wirkt ordentlich gepflegt und einladend.
Also rein ins Hotel und direkt auf die Rezeption zugesteuert.

Geplant war eigentlich, daß wir nur unser Gepäck abladen und dann die Tagestour starten, denn üblicherweise ist der Check In erst gegen 15 Uhr. Wir waren deutlich früher da.
Also fragte ich nach dem Gepäckraum den es in vielen Hotels ja genau für solche Fälle gibt. Und auch das Downtown Franz hat natürlich einen Gepäckraum.
Doch grade als wir unser Gepäck verstaut hatten kam dann die Meldung, daß unser Zimmer bereit wäre und wir schon nach oben könnten.
Also wieder in den Gepäckraum und die Reisetaschen geschultert, das Kind auf den Aufzugsknopf drücken lassen und ab nach oben.

Die Zimmer: Klein aber oho

doppelzimmer im downtown franz hotel in wien

Verzeiht bitte die Tasche auf dem Bett. Die liegt nicht immer da, wir hatten es nur sehr eilig.

Statt eines Schlüssels gibt es im Hotel eine Keycard, also es sind sogar gleich 2.
(Die braucht ihr dann übrigens auch, damit ihr im Zimmer Strom habt. Verlasst ihr das Zimmer und zieht die Karte aus dem Anschluss im Zimmer, dann ist das Licht aus und die Steckdosen haben keinen Saft mehr. Schlecht, wenn ihr in eurer Abwesenheit die Handys oder Tablets laden wolltet. Da könnt ihr dann wunderbar die zweite Karte nutzen. Stecken lassen und die andere mitnehmen. Nur so als Tipp.)

Wie ihr auf dem Foto sehen könnt ist das Zimmer nicht riesig, aber auch nicht zu klein. Die Sitzecke lädt zum gemütlichen Rumlungern ein, ist aber für Erwachsene etwas zu klein, jedenfalls wenn man dabei auf dem kleinen TV starren möchte. Für Kinder ist sie groß genug.
Ich denke aber, daß auch andere Kinder fürs Fernsehen das Bett bevorzugen würden, denn von dort ist die Sicht viel besser und irgendwie ist es auch bequemer.

Es findet sich ein Regal, ein Schreibtisch, ein Badezimmer mit sehr moderner Ausstattung. Das ist sauber und macht einen guten Eindruck.
Das Doppelbett ist nicht zu weich und nicht zu hart und wird jeden Tag neu aufgedeckt. Das Zimmer wird täglich gereinigt.
Das sind alles nette Kleinigkeiten die einen Aufenthalt im Downtown Franz insgesamt sehr angenehm machen.

Außer dem Zimmer: Frühstücksraum, Tischkicker, TV und Kaffee

Kommt man ins Hotel hinein wird man mit sehr viel Platz empfangen. Die Rezeption ist gradeaus und links liegt der Frühstücksbereich wo tagsüber ein Kickertisch und ein Billardtisch auf Spieler warten.
Es gibt einige Sitzgelegenheiten und an der Rezeption könnt ihr euch einen „echten Kaffee“ bestellen der sogar recht gut schmeckt.
Mit den 3rd Wave Cafes in der Innenstadt oder dem einen oder anderen Kaffee eines der berühmten Wiener Cafehäuser kann er aber definitiv nicht mithalten.
Aber zum Frühstück könnt ihr euch so einen etwas besseren Kaffee (für 2,90€) bestellen.
Das ist schon sehr schön.

Apropos Frühstück: Das könnt ihr für 6,90€ beim Buchen mit dazubestellen oder vor Ort buchen. Kinder bis zum alter von 5 Jahren zahlen übrigens nichts, zwischen 6-12 Jahren ist es die Hälfte (falls das mit Mathe nicht so hinhaut: 3,45€). Gut also für Familien.
Es gibt aber etwa 100 Meter weiter einen Supermarkt, den ihr als Alternative nutzen könntet, doch das Frühstück ist zu dem Preis meine Empfehlung.

  • Semmeln, Toastbrot, Körnerbrötchen.
  • Joghurt mit und ohne Früchte.
  • Tee, Kaffee, Orangen- oder Apfelsaft.
  • Marmeladen, Wurst, Käse.

Und von allem gibt es ausreichende Mengen.
Ab und an wird es aber auch mal voll im Frühstücksraum.
Da ist es besser wenn ihr sehr früh kommt oder zum Ende der Frühstückszeit.

Für die Tagesauflüge könnt ihr im Downtown Franz auch ein Lunchpaket für 4,90€ pro Person ordern. (Hier wird dann allerdings auch jedes Kind berechnet.)
Da sind ein Sandwich, ein Apfel, 200 ml Tetrapack Saft, ein aus vermutlich 100% Zucker bestehender „Müsliriegel“ drin und ihr bekommts im netten Papiertragebeutel serviert.
Wir haben dieses Angebot genutzt und hatten so genug zu essen mit, um nicht unbedingt an einem Imbiss oder in einem Restaurant essen zu müssen. (Alternative ist natürlich auch hier der Supermarkt. Oder ihr schmiert euch beim Frühstück einfach noch 2-3 Semmel extra. Ich denke zwar nicht, daß dies vom Hotel so unbedingt freudig wahrgenommen wird, aber ich gehe auch nicht davon aus, daß ihr allzu großen Ärger bekommen werdet.)

Also nochmal kurz schnell im Überblick:

  • Aufenthaltsbereich mit Tischkicker, Billard, Sitzecke
  • großzügiges, preiswertes Frühstück
  • optionales Lunchpaket das satt macht
  • handgemachter Kaffee an der Rezeption
  • Gemeinschaftsküche
meininger downtown franz wien gemeinschaftsküche

So leer war die Gemeinschaftsküche leider fast die ganze Zeit. Manchen freuts und manchen eben nicht. Platz genug zum Kochen hat man aber dadurch

Die Gemeinschaftsküche war überwiegend ungenutzt

Einer der Gründe für mich, daß Meininger zu wählen war ja die Hoffnung, daß man in der Gemeinschaftsküche mit anderen Gästen – hier sehr gerne vorwiegend die Familien – in Kontakt kommt. Leider blieb die Küche überwiegend ungenutzt und so haben wir die wenige Zeit dort in trauter Zweisamkeit verbracht.
Also, eigentlich war ich irgendwie alleine, denn auch in dieser Küche hängt ein Fernseher und versucht mal ein Kind um die 6 Jahre von der Mattscheibe abzulenken, wenn die einzige Alternative Kochen, Gemüse schälen oder ähnliche Langeweile ist.
Auch fehlten immer wieder mal kleine Löffel. Die Mitarbeiter organisieren die zwar schnell, aber man muss eben auch immer wieder mal nachfragen.
Ansonsten könnte man etwas mehr Zubehör einfordern, das ist aber kein Muss.
Die Sauberkeit ging in Ordnung. Es ist nämlich jeder auch ein bißchen mit verantwortlich und wenn einzelne Gäste ihre benutzten Teller und Töpfe einfach stehen lassen, sieht es eben auch mal wüst aus.
Das war insgesamt ein wenig schade, aber alles in allem durchaus im Rahmen. Nach Aussage einiger Mitarbeiter soll das auch bautechnische Gründe haben, denn die Küche im Downtown Franz wirkte wie ein unauffälliger Nebenraum. Schon im Sissi (Ebenfalls in Wien) bietet die Küche wohl mehr Platz und Spaß.
Das kann ich aber nicht beurteilen, ich wills den Mitarbeitern aber gerne mal glauben.

Jetzt mal das Negative

Selbstverständlich kann man überall immer etwas finden, was man dann in die Negativliste mit aufnimmt. Und genau die kommt jetzt hier.

  • Küche eher so nebenbei
  • Küchenbereich & Schubladen etwas spärlich ausgestattet
  • schlechter WLAN Empfang (zumindest in unserem Zimmer)
  • manchmal nachts etwas laut

Fazit: Ich würd wiederkommen!

Vermutlich kann ich die Überschrift sogar verändern in: Ich werde wiederkommen, aber ich würd ja schon gerne bei meinem nächsten Wienbesuch mal ein anderes Hotel austesten. Schließlich interessieren mich die unterschiedlichen Herbergen und da sollte ich eigentlich nicht zweimal ins selbe Hotel. Aber ich möchte euch einfach verdeutlichen: Hier kann man sich wohlfühlen auch mit Kindern.
Die Lage ist in Ordnung, man kommt schnell in die Innenstadt und direkt um die Ecke ist der Augarten, der auch einen Besuch verdient hat.
Das es sich um eine Mischung aus klassischem Hotel und Hostel handelt erklärt möglicherweise die gelegentliche Lautstärke in der Nacht. Das muss man ertragen können. Wer die Dynamik einer solchen Unterkunft nicht haben möchte muss eben in ein reines Hotel einchecken.
Das Personal war durchgehend freundlich und kannte sich in der Stadt gut aus. Eine Kleinigkeit die immer wieder mal in der Fremde hilfreich sein kann.
Auf der Suche nach einer preiswerten Unterkunft in Wien seid ihr mit dem Meininger Downtown Franz schon sehr gut beraten.

(*) Der Aufenthalt im Meininger Downtown Franz in Wien wurde zum großen Teil von mir selbst bezahlt. Allerdings wurde mir die Möglichkeit geboten eine weitere Nacht dort zu verbringen. So konnte ich einen etwas intensiveren Eindruck gewinnen. Ob und in welcher Weise solche Kooperationen meine Meinung färben mag erstmal jeder für sich selbst entscheiden.

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